Pressemeldung
01. Pegasus- Freizeit im Sattel – Das Pferdemagazin
März 2010 | Die neuen Horsemanship-Trainer | www.pegasus-fs.de
Kein Plan B
Schon als Kind wurde Meike Lindens Traum vom Wendy-Klischee – dem Galopp über eine Blumenwiese –jäh zerstört. Traumpferd Twister, eigens aus Irland importiert, erlitt auf der Überfahrt einen Unfall und war nicht reitbar. Also suchte und fand Meike Linden Alternativen, um sich mit ihrem Traumpferd zu beschäftigen und widmete sich mit Begeisterung der Bodenarbeit nach Tellington und eigenen Ideen. Der scheue Twister wurde in ihren jugendlichen Händen zum treuen Familienpferd, das Meike Linden später auch selbst eingeritten hat. Im herkömmlichen Reitunterricht und auf Schulpferden fühlte Meike Linden sich nie wohl, sie suchte immer nach pferdefreundlicheren, natürlicheren, harmonischeren Wegen. Nach dem Abitur 2006 und einem 6-monatigen Australien-Aufenthalt war klar, wohin es die junge Frau zog: 2007 erfolgte der Einstieg in den BEA Ausbilderkurs (Basis Ecole de Legerete Ausbildung) bei Bea Borelle, der Ehefrau von Philippe Karl, und etwa zeitgleich startete die Ausbildung zur Tierheilpraktikerin. Als Meike Linden bewusst wurde, dass das elterliche Anwesen nicht geeignet war, um ihren Traum zu verwirklichen, sprang Meike Linden ins eiskalte Wasser und kaufte sich gemeinsam mit ihren Eltern einen Hof in den Neuen Bundesländern. 23 Jahre jung und kein Plan B. Meike Linden setzte alles auf eine Karte. Und wurde beloht. Wechselnde Beritt- und Korrekturpferde, Reitunterricht und ein Projekt mit der örtlichen Grundschule sichern die junge Existenz. „Hier kann ich Pferde auf weitläufigen Wiesen artgerecht halten, auf sandigen Böden ohne Beschlag reiten, Reiter sind hier willkommen und das merkt man immer und überall“ schwärmt die mutige Existenzgründerin über ihre neue Heimat. „Wo die Haltung stimmt, sind auch die Pferde cool und gesund, das ist ein Grundpfeiler meiner Arbeit.“
Manchmal erfordert es einfach Geduld, wie Berittpferd Tiffany ihre Besitzerin eindrücklich lehrte. „Tiffany war unglaublich ängstlich, und deshalb für ihre Besitzerin nicht reitbar. Ich begann, der sensiblen Stute mit Bodenarbeit ganz langsam das Vertrauen in sich und die Menschen zu vermitteln. Als meine Arbeit erste Früchte trug, konfrontierte die Besitzerin die Stute mit einer Reitbeteiligung – mein Job war beendet.“ Schon nach wenigen Tagen kam der Anruf: Tiffany hatte gebuckelt, die Reiterin lag mit Knochenbrüchen im Krankenhaus, der Händler sei schon informiert und würde die Tinkerstute gleich abholen. „Innerhalb weniger Stunden habe ich Tiffany gekauft. Dieses menschenbezogene Pferd bei einem Händler – undenkbar.“ erzählt Meike Linden aufgebracht. „Tiffany lernte in den folgenden Monaten, mir als Führer zu vertrauen. Eine klare Hilfengebung vermied Missverständnisse, ein balancierter Sitz störte sie nicht im Gleichgewicht, Übungen am Boden lehrten sie Körpergefühl. Tiffany wurde zusehends sicherer und gelassener. Heute nutze ich sie im Reitunterricht und lasse sie bedenkenlos von 6-12-jährigen Anfängern reiten.
Text: Katja Hinzberg, www.pferde-text.de

